Brexit: Im Überblick

Update Januar 2021:
Seit 01.01.2021 hat Großbritannien den Binnenmarkt und die Zollunion verlassen. Mit dem, am 24. 12.2020, kurzfristig geschlossenen Freihandelsabkommen haben sich Großbritannien und die Europäische Union geeinigt, das die Gestaltung der künftigen Handelsbeziehungen ohne Quoten und Zölle für Waren mit EU-Ursprung regelt werden. Allerdings muss sich die Wirtschaft auf tiefgreifende Veränderungen einstellen, auch mit dem Abkommen. Das Abkommen können Sie in englischer Sprache hier abrufen (1259 Seiten).
Update Juni 2020:
Am 15. Juni 2020 fand ein hochrangiges EU-UK Treffen zu den laufenden Verhandlungen statt. Dort wurde eine mögliche Verlängerung der Übergansphase über 2020 hinaus offiziell ausgeschlossen. Die politische Blockade in den Gesprächen wurde nicht überwunden. Das UK besteht weiterhin darauf, die politische Erklärung zu den zukünftigen Beziehungen zu brechen, die sie noch Ende 2019 unterschrieben haben (Insbesondere: Level Playing Field/Institutionelles Set-up/Fischerei).
Somit wird es für Unternehmen wichtiger, sich für das Szenario von UK-Handel auf Drittlandsniveau ohne Abkommen ab 2021 vorzubereiten.
Update Januar 2020:
Boris Johnson hat sich bereits im Oktober 2019 mit der EU über ein Austrittsabkommen geeinigt. Da eine Mehrheit zum Austrittsabkommen im britischen Parlament nicht möglich war, wählt Großbritannien am 12. Dezember 2019 neu. Die Konservativen Tories erlangten die absolute Mehrheit im britischen Parlament zurück. Bereits am 20. Dezember 2019 stimmte das britische Parlament mehrheitlich für das Austrittsabkommen Boris Johnsons mit der EU.
Somit steht einem Austritt Großbritanniens aus der EU am 31. Januar 2020 nichts mehr im Weg. Während der Übergangsphase bis 31. Dezember 2020 müssen sich Großbritannien und die EU auf ein Handelsabkommen einigen. Bis dahin ändert sich für die Unternehmen weitestgehend nichts.
Ablauf:
Am 23. Juni 2016 haben die Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union gestimmt. Bereits am 29. März 2017 erfolgte der offizielle Austrittsgesuch der damaligen Premierministerin Theresa May an die EU. Damit trat Artikel 50 des EU-Vertrages in Kraft. Der Ursprünglich geplante Zeitrahmen für die Austrittsverhandlungen von 2 Jahren – Austrittstermin Großbritanniens wäre der
29. März 2019 gewesen – konnte nicht eingehalten werden. Die EU und GB haben sich auf eine erste Fristverlängerung bis 31. Oktober 2019 geeinigt und einer erneuten Verlängerung bis 31. Januar 2020 zugestimmt . Danach sollten die Austrittsformalitäten geklärt und ein Austrittsvertrag unterschrieben sein. Eine weitere Fristverlängerung ist möglich, aber auch das Risiko eines harten Brexit ist nach wie vor hoch.
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Austrittszenarien:
Wie die Briten die EU verlassen werden, ist nach wie vor nicht geregelt.
Nachfolgend geben wir Ihnen eine Überblick über mögliche Austrittsszenarien:
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Da die Fronten im britschen Unterhaus nach wie vor verhärtet sind und keine Partei eine Mehrheit hinter sich vereinen kann, sind alle Varianten des Austritts möglich. Bereits Theresa May sagte: „Lieber kein Deal, als ein schlechter Deal“. Die bisher wahrscheinlichsten Szenarien sind ein Freihandelsabkommen ++, ähnlich dem Kanada-Abkommen oder ein harter Brexit.
Einen Überblick über die Brexit-Verhandlungen und den aktuellen Stand bietet die Zeitleiste des Europäischen Rates.
Weiterführende relevante Informationen rund um das Ausscheiden Großbritanniens aus der EU veröffentlicht der DIHK monatlich in seinen "Brexit-News". Die aktuelle Ausgabe finden Sie hier.