Import von Eisen- und Stahlerzeugnissen

Die Europäische Union hat mit der Durchführungsverordnung EU 2016/670 der Kommission vom 28. April 2016 die vorherige Überwachung der Einfuhren bestimmter Eisen- und Stahlerzeugnisse mit Ursprung in Nicht-EU-Ländern (mit Ausnahme von Norwegen, Island und Liechtenstein) wieder eingeführt.

Welche Waren sind betroffen?

Anhang I der Durchführungsverordnung EU2016/670 listet den betroffenen Warenkreis.  Es handelt sich um Warennummern ex Kapitel 72 Eisen und Stahl
sowie ex Kapitel 73 Waren aus Eisen und Stahl.

Welche Schwellenwerte gelten?

Die Regelung gilt für:
  • Einfuhren mit einem Nettogewicht von mehr als 2.500 Kilogramm
  • Einfuhren mit einem Nettogewicht von mehr als 5.000 Kilogramm
    je TARIC-Code der HS-Position 7318 (Schrauben, Bolzen, Muttern...).
    Die Anhebung des Schwellenwerts für diese Waren erfolgte durch die Durchführungsverordnung (EU) 2017/1092 der Kommission vom
    20. Juni 2017.

Wie müssen Importeure vorgehen?

Importeure, die entsprechende Einfuhren planen, müssen beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) über das elektronische ELAN-System
einen Antrag auf Ausstellung eines Überwachungsdokuments stellen. 

Wie funktioniert die Einfuhrabfertigung?

Das Überwachungsdokument wird in Papierform vom BAFA erstellt und auf dem Postweg an die Antragsteller geschickt. Nach unseren Informationen müssen Importeure dieses Papierdokument bei Einfuhrabfertigungen zum freien Verkehr vorlegen, wenn die Abfertigung nicht in Deutschland, sondern in einem anderen
EU-Mitgliedsstaat stattfindet. Findet die Abfertigung zum freien Verkehr bei einem deutschen Zollamt statt, genügt die Angabe der Genehmigungsnummer, die im elektronischen ELAN-System hinterlegt ist und die sowohl vom Importeur als auch vom deutschen Zoll eingesehen werden kann. 

Wie lange gilt die Regelung?

Das Überwachungsdokument ist für betroffene Warenimporte seit 1. Juni 2016 bis einschließlich 15. Mai 2020 bei der Einfuhr vorzulegen.

Warum wurde die Überwachung der Einfuhren eingeführt?

Grund für die Wiedereinführung der Überwachung von Eisen- und Stahlimporten ist die schwierige wirtschaftliche Situation der Stahlindustrie in der Europäischen Union im Zusammenhang mit den weltweiten Überkapazitäten im Stahlsektor.
Bitte beachten Sie, dass die EU mit Wirkung vom 19. Juli 2018 Schutzmaßnahmen in Form von mengenmäßigen Beschränkungen (Kontingenten) und Zusatzzöllen für Einfuhren bestimmter Stahlerzeugnisse eingeführt hat.