Stadtentwicklung und Einzelhandel


Die demographische Entwicklung, geändertes Einkaufsverhalten und Digitalisierung – im Einzelhandel vollzieht sich ein Strukturwandel. Das bleibt nicht ohne Folgen für die Innenstädte, deren Lebendigkeit und Identität sich nicht zuletzt in der Vielfalt des örtlichen Einzelhandelsangebots widerspiegeln. Damit die Ostthüringer Innenstädte ihre Funktion als Identifikations- und Versorgungskerne für die Region behalten, vital und attraktiv bleiben, muss der stationäre Einzelhandel als wichtiger Frequenzbringer gestärkt werden. Land und Kommunen sind hier gefordert, gemeinsam mit der Wirtschaft neue Konzepte zur Stadtentwicklung (Innenstadtentwicklung) zu erarbeiten und umzusetzen. Die ländliche Versorgung ist zu sichern.

Die IHK Ostthüringen zu Gera fordert: 
  • die Verbesserung der Erreichbarkeit der Innenstädte und Zentren für den Individualverkehr, ÖPNV und Güterverkehr. Fahrverbote sollten nicht erzwungen werden. Die Verfügbarkeit von ausreichendem und bezahlbarem Parkraum muss gewährleistet sein.
  • die Entwicklung, den Beschluss und die Umsetzung bzw. die Fortschreibung von Einzelhandels- und Zentrenkonzepten durch die Kommunen als eine verlässliche Basis für Planungen und Investitionsentscheidungen innerstädtischer Unternehmen.
  • die Unterstützung des stationären Einzelhandels im Prozess der Digitalisierung, vor allem bei der digitalen Vernetzung von Offline- und Online-Angeboten, z.B. durch entsprechende Informations- und Beratungsangebote.
  • innerstädtische Geschäftsleerstände konzeptionell aufzugreifen und Interessen zu koordinieren.
  • die Restriktionen der Thüringer Samstagsregelung für Beschäftigte im Handel und bei den verkaufsoffenen Sonntagen abzuschaffen und das Thüringer Ladenöffnungsgesetz zu novellieren.
  • keine erneute Flächenerweiterung durch ein Hersteller-Direktverkaufszentrum (FOC – Factory Outlet Center) am Hermsdorfer Kreuz. Vielmehr ist der innerstädtische Handel zur Wahrung/Belebung attraktiver Städte zu stärken.