Langer Aufholprozess für die deutsche Wirtschaft

Nach dem Konjunktureinbruch im Frühjahr hat sich die Lage für viele Unternehmen im Herbst aufgehellt. Vom Vorkrisenniveau zu Jahresbeginn sind die Einschätzungen jedoch weit entfernt. Das geht aus der aktuellen DIHK-Konjunkturumfrage unter bundesweit knapp 30.000 Unternehmen hervor.

Geschäftslage und -erwartungen

Über alle Wirtschaftszweige hinweg bewerten 28 Prozent der Unternehmen die Lage im Herbst als gut und 29 Prozent als schlecht. Während die Lage im Baugewerbe gut ist (Saldo 44 Punkte) und sich im Handel (Saldo 5 Punkte) gegenüber dem Frühsommer deutlich verbessert hat, liegen die Lagebewertungen in der Industrie (Saldo minus zehn Punkte) und bei den Dienstleistern nach wie vor im negativen Bereich (Saldo minus drei Punkte). Die Geschäftserwartungen der Betriebe sind gedämpft (Saldo minus sieben Punkte). Lediglich die Industrie sieht wieder etwas optimistischer in die Zukunft (plus fünf Saldopunkte).

Beschäftigungsabsichten

Die Beschäftigungsabsichten der Unternehmen haben sich nach dem Einbruch im Frühsommer erholt, liegen aber noch immer unter dem Wert zu Jahresbeginn (Saldo minus 13 Punkte, Jahresbeginn: null Punkte). Jedes vierte Unternehmen rechnet in den kommenden zwölf Monaten mit einem Beschäftigungsrückgang,
elf Prozent planen mit einem Aufbau. Etwa zwei Drittel der Unternehmen gehen von einem unveränderten Personalstamm aus.

Investitionspläne

Die Unternehmen planen mit reduzierten Investitionsbudgets. 19 Prozent der Unternehmen wollen in den nächsten Monaten mehr investieren, 34 Prozent weniger, der Saldo liegt bei minus 15 Punkten. Die Investitionsabsichten liegen weiter deutlich unter dem bereits vor der Corona-Krise niedrigen Niveau (Saldo Jahresbeginn sechs Punkte). Wo investiert wird, geschieht dies vorwiegend als Ersatz (65 Prozent) und zur Rationalisierung (34 Prozent).

DIHK-Prognose für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland:

2019

2020

2021

BIP

(Veränderung gegenüber Vorjahr,
in Prozent, preisbereinigt)
0,6
-6,0
4,0

Erwerbstätige

+400.000-415.000+140.000
Den ausführlichen DIHK-Konjunkturbericht finden Sie auf der
Internetseite des DIHK.