IHK Ostthüringen: Sechs-Punkte-Programm zum Neustart

Mutige und vorausschauende Politik ist gefragt:
Kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen sollen Wirtschaft ankurbeln
Die planbare und schrittweise Rückkehr zur neuen Normalität nach Corona ist das zeitnahe Ziel der Ostthüringer Wirtschaft. Maßnahmen für einen Weg aus dem Krisenmodus und Lösungsansätze zur Stärkung der Unternehmen hat die IHK Ostthüringen zu Gera in einem Sechs-Punkte-Programm an die Landespolitik formuliert. „Damit setzen wir Impulse, wie wir die Thüringer Wirtschaft nach den aktuellen Schließungen kurzfristig wieder anfahren, sie mittelfristig stärken und langfristig nachhaltiger stabilisieren“, betont IHK-Präsident Dr. Ralf-Uwe Bauer.
Im Mittelpunkt steht dabei der Interessenausgleich zwischen staatlichen Vorgaben und der Übertragung von Verantwortung auf die Unternehmer.
Dass der Neustart unter Bedingungen erfolgen wird, die Gesundheitsexperten für vertretbar halten, steht für die IHK außer Frage. “Ebenso steht für uns aber außer Frage, dass wir uns den Fragen nach dem ‚Wie‘ nicht erst irgendwann widmen dürfen, sondern jetzt“, erklärt Dr. Ralf-Uwe Bauer. An dieser Stelle sei eine pragmatische, mutige und vorausschauende Politik gefragter denn je.
Kurzfristig: Die Aufhebung der Zwangsschließungen im Handel, Gastgewerbe und allen anderen Branchen, die Sicherstellung der Kinderbetreuung, des Schulbetriebs und die Öffnung der Bildungseinrichtungen müssten erste kurzfristige spürbare Lockerungen sein, um den Shutdown zu beenden. Ebenso sollten Hotels, Pensionen und Campingplätze für Urlaubszwecke öffnen dürfen.
Mittelfristig: Zur Schaffung finanzieller Spielräume für den Wiederaufbau sollten aus Sicht der IHK Steuern, Abgaben und Auflagen für die Wirtschaft bis mindestens Ende 2021 nicht erhöht werden. „Um nachhaltige Effekte zu erzielen, brauchen wir eine Flexibilisierung und Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten und die Sicherstellung des internationalen Waren- und Personenverkehrs“, so der IHK-Präsident.
Langfristig: „Auch perspektivisch sind aus der Corona-Krise Lehren zu ziehen. Wir müssen die Krise als Weckruf für die digitale Modernisierung verstehen. Digitalisierung für wirtschaftliche Wertschöpfungspotenziale nutzen zum Beispiel bei Notfallplänen, Kooperationen zwischen Wirtschaft und Politik oder dem Zugang zu Verwaltungsprozessen. Dafür sind größere Anstrengungen u. a. beim Breitbandausbau notwendig“, fordert der IHK-Präsident.
Hinweis:
Unter www.gera.ihk.de/corona/neustart finden Sie das ausführliche Sechs-Punkte-Programm der IHK Ostthüringen zu Gera.
30.04.2020, ba