Geringe Kauflust nach Ende des Corona-Shutdowns

IHK-Umfrage: Umsätze und Kundenzahlen im Einzelhandel deutlich unter Vorkrisenniveau
Trotz weiterer Lockerungen in der Corona-Krise liegen die Umsatzzahlen bei jedem zehnten Einzelhändler in Ostthüringen derzeit um bis zu 75 Prozent unter dem Vorkrisenniveau. Das ergab eine Blitzumfrage der IHK Ostthüringen bei 155 Händlern.
32 Prozent der Ladeninhaber berichten von Rückgängen um bis zu 25 Prozent, weitere 19 Prozent verzeichnen Einbußen von bis zu 50 Prozent. 13 Prozent der befragten Händler generieren aktuell so gut wie keine Einnahmen aus Verkäufen.
„Die Kauflaune ist momentan sehr verhalten – nicht zuletzt, weil den Verbrauchern durch Kurzarbeit weniger Geld zur Verfügung steht. Außerdem verunsichern Maskenpflicht und neue Hygieneregeln die Konsumenten. Viele verzichten daher auf den Einkaufsbummel, obwohl beispielsweise bei den Modegeschäften die Lager voll mit Frühjahrskollektionen sind. Einziger Ausweg um die Umsätze zu steigern, sind oft Rabatte und Sonderaktionen, erklärt Almut Weinert, Leiterin Wirtschaft und Technologie in der IHK Ostthüringen.
Eine große Herausforderung für viele Händler bleiben die nach wie vor hohen Kosten. Obwohl die Umsätze teils deutlich zurückgegangen sind, müssen Gewerbemieten und Rechnungen für bestellte Waren beglichen werden, die nun nicht verkauft werden können. Lediglich sieben Prozent der befragten Händler konnten ihre Kosten senken. Dagegen haben sich bei 26 Prozent die Kosten sogar erhöht – unter anderem durch die Beschaffung notwendiger Hygieneartikel. „Die Unternehmen benötigen jetzt dringend finanzielle Spielräume. Ein umfassendes Entlastungspaket würde gerade den Einzelhändlern die nun benötige zusätzliche Liquidität verschaffen“, fordert Weinert.
Natürlich gibt es auch Bereiche des Handels, die in der Coronakrise unveränderte oder steigende Umsätze und Kundenzahlen verzeichnen. Darunter sind der Lebensmittelhandel, Drogeriemärkte, Apotheken, Baumärkte und Teile des Online-Handels. Insgesamt berichten 16 Prozent der Umfrageteilnehmer von einem konstanten, weitere zehn Prozent von einem gestiegenen Umsatz. Die Anzahl der Kunden ist bei 13 Prozent der Ostthüringer Händler gleichgeblieben, sieben Prozent registrieren derzeit eine erhöhte Kundenfrequenz.“
20.05.2020, ba