Ostthüringer Wirtschaft: Doppelhaushalt gibt der Wirtschaft Planungssicherheit


„Die Corona-Pandemie mit den notwendigen Maßnahmen zur Eindämmung hat große Teile der Thüringer Wirtschaft schwer getroffen. Dabei war Corona weder vorhersehbar noch planbar.
Verlässlichkeit und Planbarkeit in den Landesfinanzen festzuschreiben über einen Doppelhaushalt 2021-2022 wäre daher in der jetzigen Situation ein richtiger und wichtiger Schritt seitens der Landesregierung, so kommentiert der Ostthüringer IHK-Präsident Dr. Ralf-Uwe Bauer die aktuelle Diskussion gegenüber der Ostthüringer Zeitung (OTZ).
Gleichzeitig lehnt er die im Konzeptpapier von Staatsminister Hoff und Umweltministerin Siegesmund vorgestellten Ideen einer langfristigen umfangreichen Staatsverschuldung für einen gleichzeitig nochmals verstärkten staatlich  gelenkten ökologischen Wandel ab. „ Diese Konzepte gehen an den Realitäten der heutigen Welt vorbei. Ein Nach-Corona-Haushalt muss auf die mittelständisch geprägte Wirtschaft und die schnelle Gesundung der besonders stark gebeutelten Branchen ausgerichtet werden. Wir brauchen vor allem ein längeres Reha-Programm für einen wettbewerbsfähigen Tourismus in unserer Region, für Gastronomie, Hotellerie, Pensionen, Ferienhäuser, Camping, Dienstleistungen rund um den Gast. Das ist Nachhaltigkeit nach unserem Verständnis.
Wir müssen uns um die Industrie kümmern und um Fachkräfte, auch für die Zukunft. Jetzt ist der richtige Moment, sich zu trennen von veralteten Restriktionen wie Mindestklassengrößen in den Schulen. Deshalb  brauchen wir Berufsschulen auch in den ländlichen Regionen, digitalisiert,  modern ausgestattet mit ausreichend und konkurrenzfähig bezahlten Lehrkräften.
Solche Mehrinvestitionen in die Menschen vor Ort sorgen langfristig für nicht weniger als die Erhaltung der Wirtschaftskraft in Thüringen, für das Überleben und das Weiterleben der Unternehmen am Standort Thüringen, für Halten und Neugewinnen junger Leute, gut bezahlter Fachkräfte - nur so werden Unternehmer und Arbeitnehmer auch künftig Steuern zahlen können, auch an den Landeshaushalt.
Unsere kleinen Firmen wollen ihre unternehmerische  Zukunft hier gestalten und unsere meist familiär geprägten Mittelständler planen langfristig und leben soziale Verantwortung vor Ort ebenso wie unsere wenigen großen Unternehmen es tun. Sie haben es verdient zu wissen, woran sie sind in Thüringen und woran sie sein werden“, so Dr. Bauer.