Brexit bleibt Herausforderung

IHK: Übergangszeit bis Ende 2020 intensiv nutzen, um eigene Abläufe zu überprüfen
Trotz des Austritts von Großbritannien aus der EU wird sich für viele Ostthüringer Unternehmen bis zum Jahresende kaum etwas ändern. „Allerdings sollten die betroffenen Unternehmen die Übergangszeit nutzen, um ihre bestehenden Verträge auf notwendige Marktzulassungen oder Produktnormen zu prüfen“, darauf verweist Heike Bülo, Expertin im Bereich International der IHK Ostthüringen. Das von Boris Johnson mit der EU ausgehandelte Austrittsabkommen enthalte noch keine konkreten Regelungen für die Zeit nach dem 31. Dezember 2020. Ebenso schließe es einen harten Brexit nicht aus.
 „Marktzulassungen und die gegenseitige Anerkennung von Sicherheitsstandards müssen jetzt erst noch geregelt werden. Vor allem Arzneimittelfirmen, die Chemiebranche oder die Auto- und Flugzeugindustrie sind aber genau darauf angewiesen“, so Bülo. Aktuell sind 290 Thüringer Unternehmen vom Brexit direkt betroffen. Für sie heißt es jetzt abzuwarten, wie schnell ein Freihandelsabkommen mit der EU erreicht werden kann. Zudem bleibt die Frage offen, ob es ein Minimalabkommen oder umfassendere Regelungen geben wird. Eine Zollabwicklung werde definitiv notwendig.
„Auch nach dem Brexit bleibt Großbritannien mit rund 65 Millionen Verbrauchern, einer vielfältigen Industriestruktur und dem Finanzstandort London ein attraktiver Markt für die Ostthüringer Wirtschaft“, betont Heike Bülo und verweist auf konkrete Aktivitäten einiger Unternehmen, die den Markt weiter erschließen wollen.
Informationen und Handlungsempfehlungen zur aktuellen Brexit-Situation erhalten Unternehmen online unter www.gera.ihk.de/brexit sowie in der IHK bei Heike Bülo unter Tel. 0365 8553-127, E-Mail buelo@gera.ihk.de.
17.01.2020, ba