tSE-Kosten leicht gemacht

Nachdem das Thüringer Finanzministerium die Übergangsfrist zur Umrüstung elektronischer Registrierkassen verlängert hat, müssen diese bis spätestens 31. März 2020 mit einer zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung (tSE) ausgestattet sein.
Das Bundesfinanzministerium hat sich mit Schreiben vom 21. August 2020 nunmehr zur ertragsteuerlichen Behandlung der Implementierungskosten für tSE und der einheitlichen digitalen Schnittstelle geäußert. Im Schreiben stellt das Bundesfinanzministerium folgende Punkte klar:
  • Die (physische) tSE ist ein selbständiges Wirtschaftsgut, das jedoch nicht selbständig nutzbar ist, sodass Anschaffungskosten daher über einen Zeitraum von 3 Jahren abzuschreiben sind. Ein Sofortabzug oder die Bildung eines Sammelpostens (§§ 6 Abs. 2, 6 Abs. 2a EStG) ist nicht zulässig.
  • Im Fall des festen Einbaues in ein anderes Gerät (z.B. Drucker, Peripheriegeräte) geht die Eigenständigkeit als Wirtschaftsgut verloren, so dass die Aufwendungen als nachträgliche Anschaffungskosten des aufnehmenden Wirtschafsgutes zu aktivieren und über die restliche Nutzungsdauer zu verteilen sind.
  • Bei softwarebasierten Cloud-TSE-Lösungen sind die laufenden Entgelte als laufende Betriebsausgaben sofort abzugsfähig.
  • Aufwendungen zur Einrichtung der erforderlichen digitalen Schnittstelle zwischen den Systemkomponenten stellen Anschaffungsnebenkosten des Wirtschaftsgutes „tSE“ dar.
  • Aus Vereinfachungsgründen können die Anschaffungskosten der tSE und die Kosten zur Einrichtung der digitalen Schnittstelle sofort in voller Höhe als Betriebsausgaben steuerlich berücksichtigt werden.
Weitere Informationen zur technischen Sicherheitseinrichtung
Das Bundesfinanzministerium hat eine Liste mit Fragen und Antworten erarbeitet. Darunter können Sie auch in Erfahrung bringen, ob eine TSE zertifiziert ist oder sich im Zertifizierungsverfahren befindet. Zertifizierte Produkte werden auf der Internetseite des Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) veröffentlicht.