Finanzierungsformen und Investitionszuschüsse


Mit öffentlichen Finanzierungshilfen werden Investitionsvorhaben von bestehenden Unternehmen, die Forschung und Entwicklung neuer Produkte, die Gründung eines neuen Unternehmens oder die Finanzierung von Betriebsmitteln unterstützt.
Wichtige Instrumente zur Förderung der gewerblichen Wirtschaft sind:

1. Förderdarlehen

Die Finanzierungshilfe eines geförderten Darlehens liegt in einem niedrigen Zins, der in der Regel geringer ist als der aktuelle Kapitalmarktzins. Angeboten werden die Förderprogramme mit zinsgünstigen Darlehen bei der Thüringer Aufbaubank (TAB) und der KfW, der Förderbank des Bundes. Der Antrag ist über eine Hausbank bei dem jeweiligen Förderinstitut zu stellen und banküblich abzusichern.
Ausnahmen sind Nachrangdarlehen oder das Mikrodarlehen. Für Nachrangdarlehen sind keine banküblichen Sicherheiten zu stellen. Das Mikrodarlehen wird nach einer Beratung bei der Mikrofinanzagentur bei der Thüringer Aufbaubank beantragt.

2. Investitionszuschüsse

Anders als Darlehen werden Zuschüsse in der Regel als nicht rückzahlbare Finanzierungshilfen ausgereicht. Innerhalb einer festgelegten Zweckbindungsfrist sind dabei bestimmte Förderkriterien einzuhalten. Zwei Zuschussprograme stehen der gewerblichen Wirtschaft in Thüringen zur Verfügung:
Der Investitionszuschuss aus der Gemeinschaftsaufgabe zur „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW) steht vordergründig Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes und wirtschaftsnahen Dienstleistern zur Verfügung.
Im Bereich Tourismus können Vorhaben gefördert werden, wenn diese für die touristische Entwicklung Thüringens von Bedeutung sind. Gefördert werden Investitionsvorhaben als sachkapital- oder lohnkostenbezogene Zuschüsse.
Investitionsvorhaben kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) der gewerblichen Wirtschaft werden mit dem landeseigenen Förderprogramm Thüringen Invest gefördert. Gefördert werden Vorhaben zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit, Steigerung der Produktivität, Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen sowie zur Digitalisierung (Digitalbonus).
Ergänzt wird die Investitionsförderung in Thüringen durch ein neues Programm, das Kleinstunternehmen der Grundversorgung (KLUG) im ländlichen Raum unterstützt.
Gefördert werden Investitionen zur Sicherung, Schaffung, Verbesserung und Ausdehnung der Grundversorgung der ländlichen Bevölkerung.

3. Öffentliche Beteiligungen

Öffentliche Beteiligungen können zur Umsetzung von Investitions- oder Gründungsvorhaben als Bestandteil in die Finanzierung einbezogen werden.
Die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Thüringen (MBG) vergibt solche Beteiligungen ohne Eingriff auf die unternehmerischen Entscheidungen des Beteiligungsnehmers. Mit einer Beteiligung verbessern die Unternehmen ihre Eigenkapitalquote und haben so Vorteile bei Kreditverhandlungen.
Die bm|t beteiligungsmanagement thüringen gmbh (bm|t) beteiligt sich an jungen und bereits am Markt etablierten Unternehmen mit Wachstumspotenzial. Die Finanzierungen dienen vorrangig der Entwicklung und Markteinführung innovativer Produkte.
Junge innovative Technologieunternehmen fördert die KfW über eine Beteiligung aus ihrem Startfond.

4. Bürgschaften

Bürgschaften dienen der Besicherung von Krediten und verbessern die Sicherheitensituation. Verfügt ein Unternehmen über nicht ausreichende bankübliche Sicherheiten, kann bei der Bürgschaftsbank Thüringen (BBT) eine Bürgschaft beantragt werden.
Verbürgt werden Kredite zur Finanzierung von Vorhaben mittelständischer Unternehmen, von Gründungen, Unternehmensnachfolgen oder zur Verbesserung der Liquidität im Unternehmen.
Bürgschaften sind in der Regel, wie auch die geförderten Darlehen, über die Hausbank zu beantragen. Für Bürgschaften mit einem Bürgschaftsvolumen über 1,25 Millionen Euro bieten die Thüringer Aufbaubank (TAB) und der Freistaat Thüringen entsprechende Programme an.

5. Crowdfunding

Das Crowdfunding oder auch Crowd-Finanzierung ist eine relativ junge Finanzierungsform, bei der sich eine Gruppe von Geldgebern über das Internet an einem Vorhaben beteiligen kann.
Die Verfahrensweise ist vergleichsweise einfach. Projekte oder beispielsweise eine Gründungsidee werden von den Initiatoren über die sozialen Medien, Internetplattformen oder die Internetcommunity bekannt gemacht. Die Nutzer können dann entscheiden, ob sie sich an dem Vorhaben beteiligen und dafür auch finanzielle Mittel bereitstellen wollen.
Aufgrund der immer weiter voranschreitenden Vernetzung im Internet gewinnt auch diese Finanzierungsform weiter an Bedeutung.
Mehr zum Crowdfunding im BMWI-Gründungsportal.