Überbrückungshilfe für Unternehmen und Selbstständige

Antragsfrist für Überbrückungshilfe I verlängert

Update 30.09.2020:
Die Antragsfrist für die Corona-Überbrückungshilfe I wird kurzfristig noch einmal verlängert. Damit können Unternehmen, Freiberufler und Soloselbständige die Bundeszuschüsse zum Ausgleich von Umsatzausfällen in den Monaten Juni bis August 2020 nun noch bis zum 9. Oktober 2020 beantragen.
Grund für die Verlängerung sind die in den letzten Tagen noch einmal sprunghaft angestiegenen Antragszahlen. Allein in Thüringen hat sich das Volumen in den letzten zwei Wochen (seit dem 14.09.2020) von 1.182 auf 2.507 Anträge mehr als verdoppelt. Derzeit sind rund 500 Anträge in Bearbeitung. Der Anstieg ist darauf zurückzuführen, dass viele Unternehmen nicht auf Schätzzahlen, sondern auf die teilweise erst jetzt vorliegenden tatsächlichen Umsatzzahlen zurückgreifen, um spätere Nachberechnungen und ggfs. Rückzahlungen zu vermeiden. Mit der Verlängerung bietet sich die letztmalige Gelegenheit, für den genannten Zeitraum eine Unterstützung zu beantragen. Eine rückwirkende Beantragung für die Monate Juni bis August ist dann nicht mehr möglich.
In Vorbereitung ist die Corona-Überbrückungshilfe II, mit der die Unterstützung für von der Corona-Pandemie betroffene Unternehmen bis Ende 2020 fortgeführt wird. Das Programm, das die Monate September bis Dezember abdeckt soll voraussichtlich noch im Oktober 2020 starten. Fortgeführt werden sollen auch die zusätzlichen Hilfen für Thüringer Soloselbständige und Dienstleistungsunternehmen.
Geplant ist, die Landeshilfe für Soloselbstständige zwischen September und Dezember 2020 mit je 1.180 Euro pro Monat Zuschuss zu den Lebenshaltungskosten fortzuführen. Auch die zusätzliche Unterstützung für die Dienstleistungsbranche – z. B. Hotel- und Gaststättenbetriebe, Tourismus- und Reiseanbieter, Veranstalter und Messedienstleister – sollen fortgesetzt werden. Hier ist vorgesehen, die Zugangsschwelle zur Corona-Überbrückungshilfe II weiterhin um zehn Prozentpunkte abzusenken und damit einem größeren Teil der Unternehmen den Zugang zur Förderung zu ermöglichen.

Corona-Überbrückungshilfe I

Durch teilweise Erstattung von Fixkosten in Form einer Überbrückungshilfe will die Bundesregierung Unternehmen und Selbstständigen, die ganz besonders von der Krise betroffen sind, gezielt helfen. Gewährt werden Zuschüsse zu den betrieblichen Fixkosten für die Monate Juni bis August 2020.

Wer kann Antrag stellen?

Antragsberechtigt sind Unternehmen und Soloselbstständige im Haupterwerb, deren Umsätze in den Monaten April bis Mai 2020 zusammengenommen um mindestens 60 Prozent gegenüber den gleichen Vorjahresmonaten zurückgegangen sind. Die Umsatzeinbußen müssen vom Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer nachgewiesen werden. Anträge sind daher ausschließlich über sie möglich.

Wie hoch ist die Förderung?

Gewährt werden Zuschüsse zu den betrieblichen Fixkosten für die Monate Juni, Juli, August 2020. Je nach Umsatzrückgang, der mindestens 40 Prozent betragen muss, können bis zu 80 Prozent der Fixkosten erstattet werden. Förderfähige Fixkosten sind beispielsweise Mieten, Pachten, Finanzierungskosten, Energiekosten und Versicherungen. Unternehmen bis fünf Beschäftigte erhalten maximal 9.000 Euro und Unternehmen bis zehn Beschäftigte maximal 15.000 Euro.
Weitere Informationen auf der Seite des BMWi zur Überbrückungshilfe.

Erweiterte Förderung in Thüringen

Der Freistaat Thüringen hat für Soloselbstständige, bestimmte Dienstleistungsbranchen und Unternehmen mit starken saisonalen Umsatzschwankungen die Überbrückungshilfe erweitert.
Soloselbstständige können einen Zuschuss zu den Lebenshaltungskosten für den Zeitraum Juni bis August 2020 erhalten. Unternehmen des Hotel- und Gaststättengewerbes, Reise- und Messeveranstalter sowie Unterhaltungs- und Erholungsdienstleister können schon ab einem Umsatzrückgang von 30 Prozent einen Antrag stellen.
Unternehmen mit starken saisonalen Umsatzschwankungen können von der 60-Prozent-Regelung freigestellt werden, wenn in den Monaten April und Mai 2019 weniger als 5 Prozent des Jahresumsatzes 2019 erzielt worden.
Die Auszahlung erfolgt über die Thüringer Aufbaubank (TAB).