Corona: Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern"

UPDATE 17. März 2021: Neuerungen im Programm

In der gemeinsamen Pressemitteilung (www.bmwi.de) vom 17. März 2021, beschließen die Partner der Allianz für Aus- und Weiterbildung die Weiterentwicklung des Bundesprogramms "Ausbildungsplätze sichern".
Die Eckpunkte der Neuerungen sind:
  • Die Ausbildungsprämien werden verdoppelt (bei Beibehaltung des Ausbildungsangebotes von 2 000 EUR auf 4 000 EUR, bei Erhöhung des Ausbildungsangebotes von 3 000 EUR auf 6 000 EUR)
  • Die Übernahmeprämie aus pandemiebedingt insolventen Betrieben wird verlängert und von 3 000 EUR auf 6 000 EUR verdoppelt.
  • Der Kreis der förderberechtigten Betriebe soll auf Unternehmen bis 499 Mitarbeiter ausgeweitet werden.
  • Die Anforderungen zur Corona-Betroffenheit sollen gesenkt werden.
  • Zuschüsse soll es künftig nicht nur für Azubis, sondern auch für Ausbilder in Betrieben, die von Kurzarbeit betroffen sind, geben.
  • Künftig soll auch die Prüfungsvorbereitung von Azubis gefördert werden. Betriebe können die Hälfte der Kurskosten erstattet bekommen, maximal 500 EUR pro Azubi.

Was wird gefördert?

1. Ausbildungsprämie (Ausbildungsangebot fortführen)
Ausbildende KMU, die ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren aufrechterhalten, werden mit einer Ausbildungsprämie gefördert. Sie erhalten für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einmalig 2.000 Euro (nach Abschluss der Probezeit).
2. Ausbildungsprämie (Ausbildungsangebot erhöhen)
Ausbildende KMU, die ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren erhöhen, erhalten für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 zusätzlich abgeschlossenen Ausbildungsvertrag einmalig 3.000 Euro (nach Abschluss der Probezeit).
3. Vermeidung von Kurzarbeit
KMU, die trotz erheblichen Arbeitsausfalls (mindestens 50 Prozent) ihre Ausbildungsaktivitäten fortsetzen, werden mit 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden Monat gefördert, in dem dies der Fall ist.
4. Übernahmeprämie
KMU, die Auszubildende aus Corona-bedingt insolventen KMU bis zum Abschluss ihrer Ausbildung übernehmen, erhalten je Auszubildendem eine Prämie von 3.000 Euro.
Seit Anfang November können KMU oder Ausbildungsdienstleister, wie beispielsweise überbetriebliche Berufsbildungsstätten, folgende Prämie für Auftrags- oder Verbundausbildungen beantragen:
5. Auftrags- und Verbundausbildung
Wenn KMU die Ausbildung pandemiebedingt temporär nicht fortsetzen können, können andere KMU, Überbetriebliche Berufsbildungsstätten oder andere etablierte Ausbildungsdienstleister befristet die Ausbildung übernehmen und dafür eine Prämie von 4.000 Euro je Auszubildender bzw. Auszubildendem erhalten. Dies gilt, wenn der Geschäftsbetrieb des ursprünglich ausbildenden KMU vollständig oder zu wesentlichen Teilen pandemiebedingt von Schließungen oder erheblichen Auflagen betroffen ist, die eine Fortsetzung des Geschäftsbetriebs maßgeblich behindern.

Welche Voraussetzungen müssen vorliegen?

Für alle fünf Maßnahmen gilt:
  • Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind solche mit bis zu 249 Beschäftigten. Als Beschäftigtenzahl wird die Zahl der Mitarbeiter/-innen in Vollzeitäquivalenten zum Stichtag 29. Februar 2020 zugrunde gelegt. Bei Ausbildungsverbünden werden die Beschäftigten der einzelnen KMU zusammen berücksichtigt.
  • Für die Förderung kommen KMU in Betracht, die eine Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen oder in den bundes- und landesrechtlich geregelten praxisintegrierten Ausbildungen im Gesundheits- und Sozialwesen durchführen. Praktika sind ausgeschlossen. Es wird nur eine Prämie pro Ausbildung gezahlt.
  • Neben diesen Förderungen sind keine Leistungen mit gleicher Zielrichtung oder gleichem Inhalt aus anderen Programmen des Bundes oder der Länder möglich. Das KMU entscheidet, welche Förderung es in Anspruch nehmen will.
Zu 1. und 2. Ausbildungsprämien (Ausbildungsangebot fortführen oder erhöhen)
Antragsberechtigt sind KMU, die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind. Davon ist auszugehen, wenn ein KMU in der ersten Hälfte des Jahres 2020 wenigstens einen Monat Kurzarbeit durchgeführt hat oder der Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 um durchschnittlich mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019 eingebrochen ist. Bei KMU, die nach April 2019 gegründet worden sind, sind statt der Monate April und Mai 2019 die Monate November und Dezember 2019 zum Vergleich heranzuziehen.
Zu 3. Vermeidung von Kurzarbeit
Antragsberechtigt sind KMU, die ihre laufenden Ausbildungsaktivitäten trotz der Belastungen durch die COVID-19-Krise fortsetzen und Auszubildende sowie deren Ausbilder trotz erheblichem Arbeitsausfall nicht in Kurzarbeit bringen. Erforderlich ist ein Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent im gesamten Betrieb.
Zu 4. Übernahmeprämie
Antragsberechtigt sind KMU aus allen Wirtschaftsbereichen, die Auszubildende aus pandemiebedingt insolventen KMU bis zum 31.12.2020 für die Dauer der restlichen Ausbildung übernehmen.
Zu 5. Auftrags- und Verbundausbildung (AzubiSharing)
Antragsberechtigt sind KMU aus allen Wirtschaftsbereichen, die Auszubildende aus anderen KMU im Rahmen der Auftrags- oder Verbundausbildung für mindestens sechs Monate im eigenen Betrieb ausbilden und über die hierfür notwendige Ausbildungseignung verfügen und Überbetriebliche Berufsbildungsstätten sowie andere etablierte Ausbildungsdienstleister, die Auszubildende aus KMU im Rahmen der Auftrags- oder Verbundausbildung für mindestens sechs Monate ausbilden.

Wo ist der Antrag zu stellen?

Anträge für die Ausbildungsprämie sind bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) bzw. bei der Deutschen Rentenversicherung stellen.
Vor Einreichung des Antrages müssen Sie eine Bestätigung der IHK über die Anzahl der Ausbildungsverträge der letzten drei Jahre sowie die Ausbildungsvergütung einholen und diese dann im Original oder als Kopie/Scan bei der BA oder Rentenversicherung einreichen.Alle Formulare und weitere Informationen finden Sie hier:Bundesagentur für Arbeit – “Ausbildungsplätze sichern”
Für Auftrags- und Verbundausbildung:
Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-SeeSenden Sie den ausgefüllten Vordruck der IHK-Bescheinigung per E-Mail an folgende Adresse: ausbildung@gera.ihk.de. Die erforderliche IHK-Mitgliedsnummer finden Sie auf der Eintragungsbestätigung zu Ihren Ausbildungsverträgen.

Wie lange gilt die Förderung?

 Förderungen sollen für folgende Zeiträume möglich sein:
Zu 1. und 2. Ausbildungsprämien
für das Ausbildungsjahr 2020/2021.
Zu 3. Vermeidung von Kurzarbeit
bis zum 31. Dezember 2020.
Zu 4. Übernahmeprämie
bis 30. Juni 2021.
Zu 5. Auftrags- und Verbundausbildung
bis zum 30. Juni 2021.