Corona: Bundesprogramm "Ausbildungsplätze sichern"

 22. Dezember 2021: Die Förderrichtliche für das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ wird verlängert
Anträge auf Ausbildungsprämien für Ausbildungsverhältnisse , die ab dem 1. Juni 2021 beginnen, „Zuschüsse zur Vermeidung von Kurzarbeit“ für die Moinate ab April 2021 und den „Lockdown-II-Sonderzuschuss für Kleinstunternehmen“ können bis zum 15. Mai 2022 gestellt werden. In der Dritten Änderung der Ersten Förderrichtlinie für das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ vom 22. Dezember 2021 finden Sie weitere Informationen.

Was wird gefördert?

1. Ausbildungsprämie (Ausbildungsangebot fortführen)
Ausbildende KMU, die ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren aufrechterhalten, werden mit einer Ausbildungsprämie gefördert. Für Ausbildungsverhältnisse, die ab dem 1. Juni 2021 begonnen haben, beträgt die Ausbildungsprämie 4.000 Euro pro Ausbildungsvertrag (nach Abschluss der Probezeit).
2. Ausbildungsprämie (Ausbildungsangebot erhöhen)
Ausbildende KMU, die ihre Ausbildungsleistung im Vergleich zu den drei Vorjahren erhöhen, erhalten für jeden für Ausbildungsverhältnisse, die ab dem 1. Juni 2021 begonnen haben 6.000 Euro pro Ausbildungsvertrag (nach Abschluss der Probezeit).
3. Vermeidung von Kurzarbeit
KMU, die trotz erheblichen Arbeitsausfalls (mindestens 50 Prozent) ihre Ausbildungsaktivitäten fortsetzen, werden mit 75 Prozent der Brutto-Ausbildungsvergütung für jeden Monat gefördert, in dem dies der Fall ist.
4. Übernahmeprämie
KMU, die Auszubildende aus Corona-bedingt insolventen KMU bis zum Abschluss ihrer Ausbildung übernehmen, erhalten je Auszubildendem eine Prämie von 6.000 Euro.
5. Auftrags- und Verbundausbildung
Wenn KMU die Ausbildung pandemiebedingt temporär nicht fortsetzen können, können andere KMU, Überbetriebliche Berufsbildungsstätten oder andere etablierte Ausbildungsdienstleister befristet die Ausbildung übernehmen und dafür einen Zuschuss in Höhe von 450 € pro Woche, maximal 8.100 € erhalten. Dies gilt, wenn der Geschäftsbetrieb des ursprünglich ausbildenden KMU vollständig oder zu wesentlichen Teilen pandemiebedingt von Schließungen oder erheblichen Auflagen betroffen ist, die eine Fortsetzung des Geschäftsbetriebs maßgeblich behindern.

Welche Voraussetzungen müssen vorliegen?

Für alle fünf Maßnahmen gilt:
Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sind solche mit bis zu 499 Beschäftigten. Als Beschäftigtenzahl wird die Zahl der Mitarbeiter/-innen in Vollzeitäquivalenten zum Stichtag 29. Februar 2020 zugrunde gelegt. Bei Ausbildungsverbünden werden die Beschäftigten der einzelnen KMU zusammen berücksichtigt.
Für die Förderung kommen KMU in Betracht, die eine Berufsausbildung in anerkannten Ausbildungsberufen oder in den bundes- und landesrechtlich geregelten praxisintegrierten Ausbildungen im Gesundheits- und Sozialwesen durchführen. Praktika sind ausgeschlossen. Es wird nur eine Prämie pro Ausbildung gezahlt.
Neben diesen Förderungen sind keine Leistungen mit gleicher Zielrichtung oder gleichem Inhalt aus anderen Programmen des Bundes oder der Länder möglich. Das KMU entscheidet, welche Förderung es in Anspruch nehmen will.
Zu 1. und 2. Ausbildungsprämien (Ausbildungsangebot fortführen oder erhöhen)
Antragsberechtigt sind KMU, die durch die COVID-19-Krise in erheblichem Umfang betroffen sind. Bei einem Ausbildungsbeginn ab dem 1. Juni 2021 genügt ein Einbruch des Umsatzes seit April 2020 in mindestens einem, vor dem Ausbildungsbeginn liegenden Monat um 30 Prozent gegenüber dem jeweiligen Zeitraum im Jahr 2019.
Wurde Ihr Betrieb nach April 2019 gegründet, kann der Durchschnitt des jeweiligen Zeitraums für 2020 mit dem Durchschnitt der Umsätze der Monate November und Dezember 2019 verglichen werden.
Zu 3. Vermeidung von Kurzarbeit
Die Förderung wird für jeden Monat gezahlt, in dem der Ausbildungsbetrieb einen Arbeitsausfall von mindestens 50 Prozent angezeigt hat.
Seit März 2021 können auch Unternehmen bis zu 499 Beschäftigte einen Zuschuss zur Ausbildungsvergütung beantragen.
Ebenfalls seit März 2021 kann ein Teil der Lohnkosten der Ausbilder/-innen bezuschusst werden. Die Förderung umfasst die Hälfte der Brutto-Vergütung, gedeckelt auf 4.000 Euro, zuzüglich 20 Prozent Sozialversicherungspauschale.
Zu 4. Übernahmeprämie
Die Übernahmeprämie in Höhe von 6.000 EUR wird gewährt, wenn Auszubildende bis zum 31. Dezember 2021 aus pandemiebedingt insolventen Unternehmen, unabhängig von der Betriebsgröße, übernommen werden um ihre Ausbildung fortzuführen.
Eine pandemiebedingte Insolvenz wird angenommen, wenn bis zum 30. Dezember 2021 das Insolvenzverfahren eröffnet wird.
Für die Übernahmeprämie ist es unerheblich, ob die oder der Auszubildende gekündigt wurde oder ein einvernehmlicher Aufhebungsvertrag geschlossen wurde.
Zu 5. Auftrags- und Verbundausbildung (AzubiSharing)
Antragsberechtigt sind KMU aus allen Wirtschaftsbereichen, die Auszubildende aus anderen KMU im Rahmen der Auftrags- oder Verbundausbildung für mindestens sechs Monate im eigenen Betrieb ausbilden und über die hierfür notwendige Ausbildungseignung verfügen und Überbetriebliche Berufsbildungsstätten sowie andere etablierte Ausbildungsdienstleister, die Auszubildende aus KMU im Rahmen der Auftrags- oder Verbundausbildung für mindestens sechs Monate ausbilden.

Wo ist der Antrag zu stellen?

Anträge für die Ausbildungsprämie sind bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) bzw. bei der Deutschen Rentenversicherung stellen.
Vor Einreichung des Antrages müssen Sie eine Bestätigung der IHK über die Anzahl der Ausbildungsverträge der letzten drei Jahre sowie die Ausbildungsvergütung einholen und diese dann im Original oder als Kopie/Scan bei der BA oder Rentenversicherung einreichen.
Alle Formulare und weitere Informationen finden Sie hier:
Bundesagentur für Arbeit – “Ausbildungsplätze sichern”
Für Auftrags- und Verbundausbildung:
Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See
Senden Sie den ausgefüllten Vordruck der IHK-Bescheinigung per E-Mail an folgende Adresse:  ausbildung@gera.ihk.de.
Die erforderliche IHK-Mitgliedsnummer finden Sie auf der Eintragungsbestätigung zu Ihren Ausbildungsverträgen.

Wie lange gilt die Förderung?

 Förderungen sollen für folgende Zeiträume möglich sein:
Zu 1. und 2. Ausbildungsprämien
Es werden Ausbildungsverhältnisse gefördert, die zwischen 1. Juni 2021 und 15. Februar 2022 begonnen haben beziehungsweise beginnen.
Zu 3. Vermeidung von Kurzarbeit
bis zum 31. Dezember 2021.
Zu 4. Übernahmeprämie
bis zum 31. Dezember 2021.
Zu 5. Auftrags- und Verbundausbildung
bis zum 31. Dezember 2021.