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IHK: Konjunktur in Ostthüringen auf Erholungskurs
Die Ostthüringer Wirtschaft fasst langsam wieder Tritt. Das ergab die Konjunkturumfrage der IHK Ostthüringen zum Jahreswechsel 2009/10. Alle wichtigen Konjunkturkennzahlen verbessern sich. „Der Trend ist positiv, doch vom Vorkrisen-Niveau im Oktober 2008 sind wir noch immer deutlich entfernt. Die Nachhaltigkeit des Aufschwungs hängt nicht zuletzt davon ab, ob die Politik einen verantwortungsvollen Kurs steuert”, so IHK-Hauptgeschäftsführer Peter Höhne.
Die Geschäftslage hat sich bei vielen der befragten Unternehmen gegenüber dem Sommer 2009 verbessert. Gründe dafür sind die wieder anziehende in- und ausländische Nachfrage sowie umfassende Rationalisierungsmaßnahmen in den Betrieben. Die kommenden Monate sehen die Befragten skeptisch. Nach wie vor gibt es viele Risiken, die dem Aufschwung gefährlich werden können.
Die Investitionstätigkeit nimmt in allen Branchen wieder zu – mit Ausnahme des Bau- und Verkehrsgewerbes. Die Unternehmen wollen jetzt ihre zurückgestellten Investitionen nachholen. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Ersatzinvestitionen. Nach wie vor wollen nur wenige Firmenchefs ihre Produktionskapazitäten erweitern.
Im Vorjahr stabilisierte sich vor allem durch das Kurzarbeitergeld die Arbeitsmarktlage. 2010 werden Unternehmen jedoch verstärkt gezwungen sein, ihr Personal der Auftragslage anzupassen. Trotz steigender Eingänge aus dem In- und Ausland ist das Niveau der Auftragslage noch zu niedrig. Für den weiteren Jahresverlauf geht zudem ein Risiko vom privaten Konsum aus.
Im Zentrum der Krise ist nach wie vor das verarbeitende Gewerbe. Mehr Unternehmen als in anderen Branchen bewerten ihre Geschäftslage als schlecht. Dennoch befinden sich die Industrieunternehmen auf dem Weg aus der Talsohle. Das verdanken sie vor allem ihren innovativen Produkten, die am Weltmarkt wieder verstärkt nachgefragt werden.
„Natürlich steht die Erholung auf dünnem Eis. Auch wenn der Export langsam wieder in die Gänge kommt: Die entscheidenden Impulse aus dem Ausland fehlen noch. 2010 wird das Jahr des langsamen und zähen Heranarbeitens an den Aufschwung. Doch die Firmen sind auf dem Weg dorthin”, betont der IHK-Chef.
Überraschend stark verbessert hat sich die Stimmung im Dienstleistungsgewerbe. Insbesondere die unternehmensnahen Dienstleister erwarten mehr Aufträge und höhere Umsätze durch den Abbau zurückgestellter Investitionsvorhaben.
Der Handel profitiert noch vom stabilen Konsumklima Ende 2009 und atmet auf. Doch stellen sich 2010 mehr Händler auf künftig schlechtere Geschäfte ein. Gründe sind die zu erwartenden Turbulenzen am Arbeitsmarkt und wieder anziehende Lebenshaltungskosten.
Im Verkehrsgewerbe begegneten die Firmenchefs dem harten Jahr 2009 durch Sparmaßnahmen. Die Zukunft beurteilen sie jedoch wieder pessimistischer.
Für die Bauindustrie wird 2010 nicht nur aufgrund des strengen Winters das eigentliche Krisenjahr. Die Erwartungen der befragten Bauunternehmer sind weiter gesunken. Vor allem der Industrie- uind Gewerbebau rechnet in nächster Zeit nicht mit guten Geschäften. Die Wirtschaft wird erst bei besserer Auslastung der Kapazitäten wieder in Bauaufträge investieren. Die Konjunkturpakete stützen zwar noch das Baugewerbe, doch zurückgehende Gewerbesteuereinnahmen zwingen die Kommunen zur Kürzung ihrer Investitionen.
Überwiegend zufrieden hingegen zeigt sich das Ostthüringer Tourismusgewerbe. Die Feiertagssaison hat Hoteliers und Gastwirten ein gutes Geschäft beschert. Die Erwartungen an das Jahr 2010 sind aber noch zurückhaltend. Wie der Handel ist die Branche direkt von der „Lohntüte” des Verbrauchers abhängig.
15.01.2010
© IHK Ostthüringen zu Gera